Am 26.9.2021 ist Isenbürgermeisterwahl.

Menschen verbinden ...

Menschen verbinden, vielleicht eines der schwierigsten Themen oder eines der leichtesten. Neu-Isenburg ist allein schon aus seiner hugenottischen Geschichte davon geprägt, Menschen aufzunehmen und Nationalitäten zu verbinden. Mit dem Startschuss vor gut 300 Jahren und der Ansiedlung der Hugenotten durch den Grafen Johann Philipp von Isenburg-Offenbach, hat sich Neu-Isenburg zu einer weltoffenen Stadt mit über 38.000 Einwohner:innen entwickelt. Auch in Zukunft wird Neu-Isenburg weiterwachsen. Durch die Erschließung der Baugebiete Birkengewann und dem Stadtquartier Süd „Neue Welt“ wird es eine weitere Zunahme der Einwohnerzahl Neu-Isenburgs geben. Damit sind dann zwar die letzten freien Baugebiete erschlossen, doch die Rhein Main Region rund um Frankfurt am Main bleibt eine begehrte Wohn- und Lebensregion. Der Zuzug von Menschen wird deshalb immer ein Thema in Neu-Isenburg und der Region sein.  

Aber nicht nur die Frage nach der Verbindung von Menschen verschiedener Nationen sollte unsere Gesellschaft beschäftigen, sondern auch die Frage, wie es uns gelingen wird, die Generationen und Gender besser miteinander zu vernetzen und das gegenseitige Verständnis füreinander zu fördern.  

Noch vor kurzem, zur Fußball Europameisterschaft, wurde zum Thema Vielfältigkeit und Toleranz hefig in den sozialen Medien gestritten und auch in den anderen Medien gab es ein großes Echo. Es war deutlich zu vernehmen, dass bei vielen Menschen die Einteilung in Kategorien „gut oder schlecht“ darüber entschieden wird, ob ein Mensch hetero- oder homosexuell ist oder sich als Mann/Frau oder Divers ansieht und fühlt. Wenn man in schwarz/weiß Kategorien denkt, dann eben in schwarz oder weiß und schon gar nicht regenborgenfarben. Diese Denkweise verwundert mich immer wieder, da doch unser ganzes Leben so gar nicht nur in schwarz oder weiß einteilbar ist. Auch wenn es einigen anscheinend noch nicht bewusst ist, wir leben in einer bunten Welt, schwarz/weiß gibt es nur im Film und auch das ist lange überholt.  

Ist das Zusammenführen von Menschen dann doch das schwierigste Thema? Vielleicht nicht das schwierigste, aber sicher eines der anspruchsvollsten. So lange Institutionen wie z. B. die UEFA sich auf die Fahne schreiben, gegen Rassismus und Intoleranz zu sein, dann aber Regenbogenfarben als Symbol für Vielfalt verbieten, solange wird es schwer gegen schwarz/weiß Verbohrtheit erfolgreich angehen zu können. Und trotzdem müssen wir uns immer wieder dieses Thema in das Bewusstsein holen. Darauf aufmerksam machen und nicht nur dann, wenn es gerade in den Medien Hip ist, sondern auch dann, wenn kein großes Interesse an diesem Thema in den Medien besteht. Der täglichen Gleichgültigkeit immer ein Stück entgegentreten, wird auf längere Sicht vieles ändern können.  

In Neu-Isenburg gibt es diverse Ansätze, zumindest was die Verständigung der Nationalitäten angeht. Auch die unterschiedlichen Vereine der ausländischen Mitbürger:innen engagieren sich für eine gute Verständigung und einem guten Zusammenleben. Und auch in den vielen Sportvereinen der Stadt wird viel dafür getan, unseren Lebensraum bunt zu gestalten. Die Politik dieser Stadt muss ihr Übriges dazu leisten. Dazu gehören Konzepte zur Verständigung und zum gegenseitigen Respekt. Kennenlernen und Wertschätzen sind weitere Mittel, noch bunter zu werden. Unterstützung und Hilfe bei Konflikten und Missverständnissen muss unbürokratisch und schnell gegeben werden. Für Hilfesuchende müssen Anlaufstellen zur Verfügung stehen. Generationen muss die Möglichkeit gegeben werden, zusammen zu kommen und auch zusammen leben zu können.  

Was macht der Bürgermeister? 

Der Bürgermeister kann die Themen der Vielfalt als Agenda dieser Stadt nach vorne treiben. Er kann Anlaufstellen schaffen und fördern. Er kann mit persönlichem Einsatz Menschen zusammenbringen. Er kann als Vorbild fungieren.